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Und wieder mal unser Traumland: England 11.-19.10.2008

Tag 1

Nach etlichen Vorbereitungen (alle Vorkehrungen für die Hunde treffen, damit sie einreisen dürfen; jede Menge Sachen zum mitnehmen waschen und kaufen; zig Autohäuser anrufen, um zu fragen, wie man die Scheinwerfer auf Linksverkehr umstellt - nur leider wussten noch nicht mal die FORD Häuser, wie das gehen soll), ging es um 4:45 Uhr auf in Richtung Calais. Wir kamen richtig gut voran, legten unterwegs ne kleine Kaffee-Hunde-Pieselpause ein und dann, etwa 50km vor Calais, standen wir im Stau. Nix ging mehr und nach einiger Zeit sahen wir die Fähre schon ohne uns abfahren. Zum Glück löste sich der Stillstand aber doch noch auf und es ging zügig weiter, um ja nicht den Anschluss zu verpassen - was uns beinahe doch noch gedroht hätte, weil wir natürlich prompt zum falschen Fährhafen gefahren sind. Wir fuhren natürlich den Schildern in Richtung Fährhafen nach, hatten aber aus irgendeinem Grund verpeilt, dass wir noch kurz vor Calais waren, so dass wir schlussendlich am Hafen der Norfolklines standen und zwar nicht in Calais, sondern in Dunkerque. Also wieder zurück und schon ein klein wenig hektisch weiter - bis dann endlich Schilder davon kündeten, das wir den Fährhafen Calais ansteuern. Die Kontrolle unserer und der Hundepapiere ging superschnell und diesmal ließen sich auch auf Anhieb alle Chips der Hunde finden und lesen, so dass wir dann endlich in unserer Warteschlange auf das Startzeichen, auf die Fähre aufzufahren warten konnten.

Es war dann auch noch Zeit, kurz Gassi zu gehen und das Heck blickdicht zu präparieren, damit die Hunde auf der Fähre ihre Ruhe vor neugierigen Blicken hatten. Während wir dabei waren, die Hunde zu verstauen, knüpften wir schon in Frankreich die ersten Kontakte zu Engländern. Neben uns stand ein Reisebus, der eine Gruppe mittelalter Briten nach einem Frankreichausflug wieder in ihre Heimat karren wollte, und ehe wir uns versahen, waren wir mitten im Gespräch über unsere hübschen Hunde und unser Reiseziel. Alles sehr nett, bis plötzlich ein paar Britenhände ihren Weg durch das Heckgitter fanden, um Laska ein paar Streicheleinheiten zu verpassen. Puh, gut, dass der nette Mann seine Finger nicht auf der anderen Seite reinquetschte, denn Pearl fährt so gar nicht auf unvorhergesehenes Angekrabbeltwerden von Fremden ab. Und dann ging es los. Auffahren, parken, Hunde zurücklassen und rauf aufs Deck.

Das Wetter war mal wieder herrlich und wir genossen das Ablegen und immer kleiner werdende Frankreich draußen an Deck, bis uns der Hunger schließlich auf die Suche nach kulinarischen SeaFrance-Köstlichkeiten ins Innere des Schiffes trieb. Und irgendwo mitten auf der Nordsee hauten wir uns dann ein leckeres, großes englisches Frühstück rein, ganz klassisch mit Würstchen, Speck, Tomate, gebackenen Bohnen, Toast, Spiegelei und Rösti - hmm, lecker!

Superpünktlich legte die Fähre um 12.05 Uhr englischer Zeit an und wir machten uns auf die Suche nach unserem Auto, was leider nicht ganz so einfach war, weil keiner von uns sich gemerkt hatte, auf welchem Deck wir standen und zu welcher Seite wir ins Fährinnere gegangen waren. Nachdem ich schon eine mittelschwere Panikattacke erlitten hatte "Oh Gott, wir halten gleich den ganzen Verkehr auf, wenn alle losfahren und die armen Hunde, Rahalph, wo steht denn bloß das Auto?" fanden wir es doch noch - gerade passend, um sich reinzusetzen und gleich anfahren zu können. Die Hunde haben die Überfahrt insgesamt gut überstanden, waren allerdings etwas durch den Wind, weil gleich neben meinem Auto eine Schlange LKW geparkt und der Lärmpegel entsprechend hoch war, aber alle haben sich schnell und gut erholt.

Entgegen schlimmster Befürchtungen erwartete uns auch in England strahlender Sonnenschein und nachdem Ralph sich wieder sehr schnell in den Linksverkehr eingewöhnt hatte, fuhren wir raus aus der Stadt und rein ins Grüne, um mit den Hunden die erste Runde auf englischem Boden zu drehen bevor wir uns auf die Suche nach unserem Feriendomimizil dem Cottage "Mon Ciel" in Guston machten. Dank Navi fanden wir das Haus auch ohne Probleme, wo wir schon von unserer Vermieterin Val erwartet wurden. Und dann hauten uns gleich mehrere Sachen um: Erstmal, dass man uns freundlicherweise den Autounterstellplatz überließ, dann die supersymphatische Ausstrahlung von Val und letztlich unser wunderschönes, traumhaft eingerichtetes, kleines Cottage und als wir dann noch den paradiesischen Garten entdeckten war es ganz rum: Ja, der Himmel auf Erden!

Nach Auspacken, Hundeboxen aufstellen und ein wenig Ausruhen verschlug es uns erstmal an die White Cliffs, wo wir einen dreistündigen Spaziergang mit grandioser Aussicht genossen. Und dann war es plötzlich dunkel und wir hundemüde und nachdem wir gegessen hatten wollten wir nur noch eins: Schlafen. Die Hunde wurden auf ihre Boxen aufgeteilt und wir legten uns ins Bett. Doch die Hunde wollten uns keine ruhige Nacht gönnen, gerade eingeschlafen wurden wir von Pearl geweckt, die verzweifelt versuchte, aus ihrer Box einen Weg ins Freie zu finden, Cloud, die davon tierisch genervt war, knurrte wie irre und Laska wollte partout nicht in der Küche bleiben. Also kurz die kleinen Hunde boxentechnisch ausgetauscht, Laskas Schlafdecke vors Bett gelegt und neuer Versuch: Endlich Ruhe!

Tag 2

Ralph wurde um 6.30 Uhr von den Hunden geweckt, mit denen er dankenswerterweise alleine die erste Runde drehte, während ich mich nochmal genüsslich im Bett rumdrehte um weiterzuschlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück (kontinentaleuropäisch) bereiteten wir mit vielen Karten und Reiseführern unsere Tagesplanung vor, um uns dann bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg nach Leeds Castle zu machen. Da man dort die Hunde nicht mit hineinnehmen darf, wurde auf der Hinfahrt eine riesige Runde durch Englands grandiose Natur gedreht, bevor es dann für uns zur Touristenhochburg ging. Wir waren wirklich überwältigt: Erstmal davon, das dieses Schloss offenbar die Massen anzieht, wie kaum ein anderes (gut zu erkennen an dem riesigen Parkplatzgelände, mit zig Einweisern und hunderten Besucherautos), dann von dem gepfefferten Eintrittspreis, von dem riesigen Park, den man durchquert, bis man zum Schloss kommt und zuletzt von Leeds Castle an sich. Das Bauwerk steht zu einem Drittel im Wasser und ist wirklich absolut beeindruckend anzusehen.

Das Schloß ist darüberhinaus super in Schuss gehalten und auch die Innenbesichtigung ist jedem zu empfehlen. Man verbringt aber locker 3 Stunden auf dem Gelände, wenn man alles zu Fuß abgeht und sich danach noch eine Weile im Giftshop aufhält, um jede Menge cooler Geschenkchen einzukaufen. Neben den Geschenken wollten wir auch noch was erfrischendes zu trinken haben und da ich immer gerne etwas ausprobiere, das ich nicht kenne, griff ich spontan nach einer eisgekühlten, optisch sehr reizvollen Flasche. Außen hui, innen pfui ist noch die harmlose Variante des Gedankens der mich traf, als ich den ersten Schluck nahm - ich bekam spontanen Brechreiz ob des widerlichen Krams, der da meine Kehle hinunter wollte... ich hätte mir ja denken können, dass Gingerbeer (also Ingwerbier) nicht wirklich mein Geschmack ist. Lektion des Tages: Nicht immer ohne Nachzudenken was neues testen.

Noch am Parkplatz drehten wir eine Runde mit den Vierbeinern, um uns dann aufzumachen, Sissinghurst Gardens zu besuchen. Auf dem Weg hierhin führte uns das Navi allerdings über die engsten, kleinsten, unübersichtlichsten Strassen, die uns mehr als einmal beten ließen, dass kein anderes Auto uns entgegen kommt - wir waren wirklich mitten im nirgendwo, weitab jeglicher Hauptstrassen. Allerdings sieht man so sehr viel von der schönen Landschaft und den tollen, typisch englischen Häusern. Als wir an einem der Public Footpaths (endlich mal mit Parkmöglichkeit - man kann ja schließlich keine Mini-Strassen zustellen) vorbeikamen, der mitten in einen schönen Wald führte, hielten wir spontan an, um noch eine Runde zu drehen. Pearl entdeckte als allererstes ein Rebhuhn mitten auf dem Weg (die scheinen in Südengland ihre Hochburg zu haben), das sie fröhlich kläffend in den Wald scheuchte, während wir fluchend über den unebenen und immer matschiger werdenden Weg hinterherstapften. Obwohl der Wald wirklich schön war, drehten wir schon nach kurzem Weg wieder um, weil es einfach zu unwegsam war - bloß, um beim Ausparken dann festzustellen, dass 5m neben diesem Weg ein anderer, mitten im Sonnenschein liegender, sehr gut begehbarer Waldweg war. Shit happens, wir hatten trotzdem unseren Spaß.

Als wir bei Sissinghurst Gardens ankamen mußten wir wieder feststellen, dass auch hier Hunde nicht mitdürfen. Da wir aber ohnehin keine besonderen Blumenkenner sind, verzichteten wir auf die Gärten und tobten stattdessen auf einer nahegelegenen Wiese mit den Hunden (und diese miteinander). Aus einiger Entfernung sahen wir irgendwann eine Familie an uns vorbeispazieren, die offensichtlich deutsch sprach und 2 Aussies dabei hatte... dies nur am Rande, es wird später nochmal hierauf eingegangen.

Auf dem Weg zurück nach Guston mussten wir natürlich noch den halben Tesco leer kaufen (es gibt aber auch soviel leckeres Zeug, das es bei uns nicht gibt) und kurz nachdem wir in Mon Ciel waren, fielen alle Zwei- wie Vierbeiner in einen komatösen Tiefschlaf. Ein herrlicher Tag mit klasse Wetter war schon zu Ende.

Tag 3

Die Nacht hatte um 7.30 Uhr ein Ende und nachdem wir uns mit einem leckeren Frühstück gestärkt hatten, ging es auf in Richtung Westen, weil wir unbedingt nochmal ein paar schöne Gegenden unseres letzten Aufenthaltes besuchen wollten (ja, die haben uns wirklich nachhaltig beeindruckt). Den ersten Stop machten wir in Hastings, wo wir erstmal einen ausgiebigen Stadtbummel machten und das leckere, kleine Restaurant von vor 2 Jahren nochmal aufsuchen wollten. Leider war dieses geschlossen, aber immerhin haben wir es wiedergefunden - ist ja auch schonmal was. Alternativ gab es dann frischgebackene, heiße Donuts - hmm, lecker. Da die Strände glücklicherweise ab 01. Oktober für Hunde überall geöffnet sind, nutzten wir auf ein neues die Gelegenheit, unseren Hunden das richtige Urlaubsfeeling in Form vom Gicht-am-Strand-verbellen zu gönnen.

Unser nächster Halt war das eigentliche Ziel dieses Tages: Der High & Over Parkplatz und Aussichtspunkt, der einem einen genialen Ausblick, wunderschöne Natur und einen genialen Spaziergehplatz bietet. Als wir gerade die Hunde am Anleinen waren und unsere Jacken anzogen (das Wetter war heute leider typisch englisch, mit Nieselregen und bewölktem Himmel), parkte neben uns ein Wohnmobil mit deutschem Kennzeichen, aus dem eine Familie mit ihren beiden Aussies ausstieg. Die Hunde erkannte ich gleich als die beiden wieder, die wir tags zuvor bei Sissinghurst Gardens gesehen hatten und wir kamen darüber auch gleich ins Gespräch. Witzigerweise kam die Familie aus dem Saarland, so dass wir heimatlich sozusagen Nachbarn sind. Nach einem netten Plausch über die Hunde, dem gemeinschaftlichen Aufregen darüber, wie bescheuert Navis einen teilweise leiten und dem Austausch über besuchswerte Ziele entlang der Küste, trennten sich unsere Wege und wir genossen die Aussicht, während die Hunde alle toben und Kaninchenlöcher inspizieren durften.

Wir Zweibeiner konnten bei unserem zweiten Besuch hier nun außerdem auch mal einen Blick auf das "White Horse" werfen, das wir bei unserem ersten Besuch in Englang noch vergeblich gesucht hatten. Wer hätte denn auch ahnen können, dass es sich hier direkt zu unseren Füßen befand? Google Maps sei Dank hatten wir das aber noch kurz vor dem Urlaub im Internet gesehen, als wir uns die Region zwecks Routenplanung nochmals aus der Luft angeschaut hatten. Manchmal kann einem das Naheliegende doch wirklich zu weit vorkommen...

Nach etwa 3 Stunden verabschiedeten wir uns von diesem traumhaften Flecken Erde und bummelten noch ein wenig durch Seaford, bevor wir dann im Halbdunkel noch einen Abschlussspaziergang am Seven Sisters Park machten und uns danach wieder auf nach Guston machten.

Tag 4

Aufstehen, Frühstücken, Gassigehen - nach diesem altbewährten Ritual wurde auch in diesen Tag gestartet, bevor wir uns auf nach Canterbury machten (nicht, ohne auf dem Weg dorthin nochmal schnell einem Tesco einen Besuch abzustatten). In Canterbury, das wir in diesem Jahr bei schönem Wetter genießen durften, bewaffneten wir uns erstmal mit Fish & Chips, bevor wir die Innenstadt einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Und hier gab es endlich einen Starbucks und damit für mich einen großen Mocca mit Sahne ...natürlich take away.

Ausserhalb Canterburys wurden wir vom Navi mal wieder über die unmöglichsten und engsten Strassen geschickt, wo wir aber wenigstens irgendwann wieder mal einen nett erscheinenden Fussweg fanden. Es war ein von Hecken eingerahmter Pfad, an dem sich zu beiden Seiten Felder befanden. Eigentlich alles sehr schön und friedlich, bis plötzlich auf einem Feld neben uns eine Kanone einen Knall losließ, der uns alle bis ins Mark erschütterte. Entweder handelte es sich bei dem Teil um eine Kanone, die in regelmäßigen Abständen losschießt, um die Vögel zu verscheuchen, oder in diesem Teil Englands ist der erste Weltkrieg noch nicht zu Ende (zumindest sah die Kanone schon so alt aus)...was auch immer der Grund war: Wir nahmen uns Pearl zum Vorbild, die flugs nach Bombendröhnung den Weg zum Auto angetreten hatte und machten uns schleunigst vom Acker.

Den Abend verbrachten wir in Dover, wo wir in einem großen, aber dennoch gemütlichen Pub ein Bier genossen und unseren Hunger stillten. Als wir auf dem Weg zum Ferienhaus waren, kamen wir an Gustons Pub vorbei, wo Allan (unser supernetter Vermieter) gerade vor der Tür eine Zigarette rauchte. Kurzentschlossen machten wir Halt, um kurz zum Hallosagen ins Pub zu gehen. Wir waren kaum zur Tür rein, da wurden wir schon überschwenglich von Val und Allan begrüßt, die uns allen Anwesenden als "ihre deutschn Besucher" vorstellten. Die Atmosphäre war super, der Pub ohnehin total schön und gemütlich und das Bier erstklassig. Wir lernten viele, sehr nette Menschen kennen und irgendwann sind wir dann leicht angeheitert mit Val und Allan und den Hunden zu Fuß nach Hause gegangen, wo wir noch auf eine Zigarette zusammen im Garten standen, während die Hunde diesen nach eventuellen Eindringlingen absuchten. Cloud dachte allerdings, die Eindringlinge hätten sich im Teich versteckt und hüpfte als erstes mal da rein, die kleine Wasserratte, was für einige Lacher sorgte. Gut gelaunt gingen wir an diesem Abend ins Bett und schliefen den tiefen Schlaf der Bierseeligen ;)

Tag 5

Leicht verkatert wurden wir um 8 Uhr wach und Ralph sorgte für den Schock des Tages: Seine Kameratasche war nirgends auffindbar und er wusste ganz bestimmt, dass er sie nicht im Auto beim Pub gelassen hatte. Nach langem, aufgeregtem Suchen fanden wir sie schlussendlich draußen, unversehrt neben dem Gartenteich abgestellt... ja, ja, der böse Alkohol hatte da wohl seine Finger im Spiel. Aber glücklicherweise hatte es bis dahin noch kein bisschen geregnet, so dass die Fotogeätschaften keinen Schaden genommen hatten. Während sich die Hunde im Garten amüsierten, versuchten wir bei einem langen Frühstück wieder fit zu werden.

Da der Himmel aber recht grau war und nicht unbedingt zu langen Spaziergängen einlud, entschlossen wir uns, mal wieder einkaufen zu fahren (ausnahmsweise nicht zum Tesco, sondern es ging ins Sainsbury's), viel Essen und Blödsinn zu organisieren und danach in unserem gemütlichen Häuschen zu gammeln. So verging der Nachmittag wie im Flug und erst gegen Abend machten wir uns auf den Weg nach Deal, wo wir am Meer entlang spazierten und die Innenstadt erkundeten, bevor wir uns wieder zurück auf die Couch machten.

Tag 6

Strahlender Sonnenschein weckte uns heute morgen und wir machten uns nach einem schnellen Frühstück auf den Weg nach Ramsgate, einer wirklich sehr schönen, kleinen Hafenstadt. Wir verbrachten sehr viel Zeit an dem wunderschönen Sandstrand, wo die Hunde sich erstmal ihres Lebens freuten und wie die Irren spielten und ihren Spaß mit den Wellen und Möwen hatten. Irgendwann fanden sie sogar einen riesigen, toten Fisch, mit dem sie alle auf ihre ganz eigene Art umgingen: Pearl traute sich gar nicht an ihn ran und streckte sich ganz vorsichtig, um wenigstens mal zu schnuppern; Cloud pieselte den Kadaver sofort an und ging dann ihrer Wege und Laskas Augen fingen sofort an zu strahlen, als sie erkannte, was für einen Leckerbissen sie da vor sich hatte - sie wollte den Fisch direkt professionell auseinandernehmen und verspeisen, was wir ihr leider verwehren mussten.

Nachdem wir Ramsgate entdeckt hatten, ging es weiter nach Sandwich, was zwar sehr klein, aber außerordentlich schön und urig ist und zum bummeln und entdecken einlädt. Was wir natürlich auch ausgbiebig taten - obwohl man sagen muss, dass einem doch manchmal seltsame Zweifel bei gewissen Schildern beschleichen kann, die man hier so sieht... Sollte es wirklich so schlecht um das Gesundheitssystem in England stehen...?

Anschließend verschlug es uns noch nach St. Margret's at Cliffe, einem winzigen Ort mit grandioser Aussicht übers Meer bis ans französische Festland. Ein genialer Anblick, den wir gemeinsam mit den Hunden genossen bevor uns der Hunger wieder einmal ins Tesco führte und danach nach Hause.

Tag 7

An unserem bierreichen Abend im Pub hatten Val und Allan uns angeboten, doch noch länger zu bleiben, wenn wir denn wollten. Und klar wollten wir - diesen herrlichen Urlaub noch ausdehnen, auch wenn es nur um einen Tag war, fanden wir eine absolut geniale Idee. Also machten wir uns als erstes heute Morgen auf, um Infos von SeaFrance einzuholen ob und zu welchen Konditionen eine Änderung unseres Rückfahrtickets möglich sei. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass, egal wo auf der Welt, alle Personen, die an einem Serviceschalter arbeiten inkompetent sind - es geht nicht anders! Dennoch haben wir durchgehalten und sind nach kurzer Zeit mit einem geänderten Ticket wieder aus der Infohalle rausgegangen, aber es war nicht einfach.

Und weil sich keiner im Urlaub über unfähige Mitarbeiter von SeaFrance ärgern will, vergaßen wir die Geschichte auch sofort wieder, als wir gleich bei Dover den Aussichtsplatz Samphire Hoe ansteuerten. Am Meer entlang wanderten wir durch die Dünen und genossen das Wetter, die Ruhe und die Aussicht. Ralph entdeckte am Strand dann natürlich auch eine Stelle, wo er unbedingt Brandungsfotos mit Cloud machen wollte, aber leider stand die Sonne zu ungünstig, so dass er seine Fotokunstversuche auf einen späteren Zeitpunkt verschob.

Das Kontrastprogramm zur wunderschönen Natur vom Vormittag erwartete uns dann kurze Zeit später in Ashford, wo wir zufällig das Outlet-Center entdeckten und eigentlich nur mal kurz einen Abstecher hin machen wollten. Na ja, 3 Stunden später und um etliche Pfund ärmer waren wir wieder beim Auto. Und nicht, dass noch einer denkt, wir hätten typisch Frau-mäßig eingekauft... für mich gab es nur ein Paar neuer Hallenschuhe fürs Agility!

Um die Hunde noch etwas zu erfreuen, drehten wir zum Abschluss des Tages noch eine grosse Runde entlang der Cliffs und wollten dann eigentlich den Abend ganz gemütlich auf dem Sofa ausklingen lassen. Als wir aber gerade nach Hause kamen, begegneten uns Val und Allan und wir verabredeten uns für später im Pub, wo wir die altbekannten netten Menschen und einige neue trafen. Es gab wieder mal jede Menge Bier und Whisky und wir hatten sehr viel Spaß mit unseren neuen Bekanntschaften. Nach dem Pub saßen wir noch mit Val, Allan und den Hunden bis Mitternacht im Garten - armer Allan, er musste um 6 Uhr los zur Arbeit.

Tag 8

Heute hat Ralph sich um die Bespaßung unserer Lieblinge gekümmert - mir war irgendwie nicht ganz so gut, nach dem gestrigen Genuss von Pints und Whisky. Also hat er sich die Hunde geschnappt, um nochmal zu Samphire Hoe zu fahren und Fotos zu machen - was diesmal leider nicht von Erfolg gekrönt war, weil unglücklicherweise Ebbe war und demnach nicht viel mit Brandung, aber amüsiert haben die Hunde sich trotzdem, was letztlich doch die Hauptsache ist.

Nachdem ich mich am Nachmittag irgendwann aus dem Bett quälen konnte, haben wir eine mehrstündige Wanderung entlang der Klippen zu einem wunderschön restaurierten Leuchtturm gemacht - es war wieder einmal herrlich, den frischen Wind vom Meer um sich wehen zu lassen und einfach nur die Ruhe und Aussicht zu genießen. Uns wurde schmerzlich bewusst, dass morgen schon Abreisetag ist.

Unseren letzten Abend in England verbrachten wir natürlich im Pub - diesmal aber alkoholtechnisch eher zurückhaltend ;)

Tag 9

Nachdem wir unsere Sachen gepackt und die Wohnung geputzt hatten, gab es ein von Val und Allan eigens für uns zubereitetes schottisches Frühstück. Stilecht mit Häggis, Blackpudding, Würstchen, Eiern, Speck, gegrillter Tomate, Pilzen, Toast, Hashbrowns und Porridge. Es war alles so unglaublich lecker (allerdings auch extrem mastig und füllend *ächz*), so dass uns der Abschied noch viel schwerer viel als ohnehin schon. Wir waren wirklich sehr wehmütig, als wir dann um 13 Uhr den Weg in Richtung Hafen einschlagen mussten und unser Urlaub ein Ende hatte. Es war so ein wundervoller Aufenthalt bei extrem lieben Menschen - wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!





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