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Und wieder einmal: Schweiz und zurück

Vom 23. bis 25. September standen die CH-Hütemeisterschaften an und Steffi, die wir ohnehin gerne nochmal besuchen wollten, bot netterweise wieder an, uns Unterschlupf zu gewähren. So bekamen wir Gelegenheit, ihre neue Wohnung in einer für uns neuen Gegend der Schweiz zu bewundern und gleichzeitig endlich unseren Rudelzuwachs vorzustellen.

Tag 1

Etwas komfortabler als beim letzten Mal düsten wir in Ralphs neuem Auto am 23. September Richtung Berge - namentlich nach Jegenstorf bei Bern.

Gegen 19 Uhr kamen wir bei Steffi an und liefen erstmal eine riesige Runde über die Felder, die sich gleich an Steffis Wohnung anschließen. Während wir Menschen erstmal quatschten, was das Zeug hielt, hatten die fünf Mädels Gelegenheit, die Anfangszickereien einzustellen, so dass es keinerlei Querelen gab, als wir es uns dann später gemütlich machten um ihren leckeren Gemüseauflauf zu genießen und es uns so richtig gut gehen zu lassen in ihrem wahr gewordenen 'schöner Wohnen' Traum. Nachdem dann der neueste Klatsch und Tratsch durch war, haben wir uns alle ans Schlafen begeben (vielen, vielen Dank nochmal Steffi, dass wir Dein bequemes Bett besetzen durften!).

Tag 2

Nachdem wir es um 10 Uhr endlich geschafft hatten, das gemütliche Bett zu verlassen, stand für Ralph und mich erstmal eine Gassirunde mit den fünf Grazien an. Steffi musste noch bis um 12 Uhr arbeiten, so dass wir uns als Hundesitter verdingen durften.

Als alle irgendwann, irgendwie angeleint und wir bereit zum Abmarsch waren, ertönte unmittelbar nach Öffnen der Haustür ein markerschütternder Schrei von Laska - ich hatte ihre Pfote unter der, nicht bis zum Boden abschließenden Tür, eingequetscht. Ihr Schrei brachte alle Hunde dazu, sich ihr zuzuwenden, was Pearl und Cloud allerdings als ihr Vorrecht ansahen - zudem schien das Verbrechen an Laska aus Sicht unserer drei Damen einzig und allein den beiden anderen zuzuschreiben zu sein, so dass sich einfach mal jede auf jede stürzte. Wir hatten die Situation aber glücklicherweise schnell wieder unter Kontrolle, so dass wir endlich losgehen konnten.

Nach einer großen Spaziergehrunde ging es für Connah und Oleana wieder in die Wohnung, während Laska, Pearl und Cloud es sich im Kofferraum gemütlich machen durften. Wir Menschen mussten nämlich unbedingt noch ins Coop, um Frühstück und jede Menge anderer leckerer (und ungesunder) Sachen zu kaufen. Wieder zurück bei Steffi war diese auch schon anwesend und kaum hatten wir die Räumlichkeiten betreten, stürzte sich Connah auf Laska und eine heftige Rangelei war im Gange, die nur durch den Einsatz von 2 Litern Wasser beendet werden konnte. Ende vom Lied: Wir Menschen putzten, Laska versteckte sich vor Connah, Connah versuchte irgendwie wieder an Laska ran zu kommen und von Entspannung keine Spur. Irgendwann trauten wir uns dann aber, uns am Tisch zu niederzulassen, um zu frühstücken und schon ging das Theater wieder los. Bilanz des zweiten Zwischenfalls: Nasenbluten bei Connah, dreibeinige Laska.

Die Blessuren stellten sich zum Glück als harmlose Kratzer raus, die schnell einer spontanen Heilung unterlagen. Für Laska war es allerdings ab diesem Zeitpunkt völlig vorbei: Sie traute sich nicht mehr in Connahs Blickfeld und wäre wohl am liebsten postwendend wieder abgereist. Um der Enge der Wohnung zu entkommen und eine Entspannung der Situation zumindest wieder greifbar zu machen, brachen wir sehr schnell zu unserem geplanten Tagesausflug auf: Erst Spaziergang an einem See, dann Hütemeisterschaft.

Da Steffi auf der Autobahn die richtige Abfahrt verpasst hatte, einigten wir uns auf einem Rastplatz darauf, die Hütemeisterschaft für heute sausen zu lassen und stattdessen den Tag an einem anderen See als dem geplanten zu verbringen. Bei phantastischem Wetter genossen wir den wunderschönen Lac de Gruyère. Die Hunde (bis auf Laska und Oleana) planschten im glasklaren, kühlen Wasser: Connah beeindruckte mit erstklassigen Schwimmdummy-Rettungs-Einlagen, Cloud entdeckte ihre Leidenschaft fürs Langstreckenschwimmen mit Stöckchen apportieren und Pearl war einfach nur glücklich am Rumschwimmen. Stimmung und Harmonie befanden sich also sozusagen auf einem kaum zu toppenden Level...

Connah mit Schwimm-Apportel Cloud Cloud und Pearl Oleana Laska Cloud mit Stock Connah

Und plötzlich, von einer Sekunde zur nächsten, war alles anders... In einem schier verhexten Augenblick überschlugen sich die Ereignisse: Pearl rannte plötzlich vom Flussufer auf den angrenzenden Fußgängerweg, um eine Familie zu verbellen; die nasse Cloud rannte gleich hinterher, um den Leuten freundlichst zu begrüßen, Ralph und Steffi widmeten sich diesem Szenario und Connah nutzte die Gunst der Stunde, Laska doch nochmal zu zeigen, wo der Hammer hängt - hierbei erwischte sie aber statt Laska nur meine Hand.

Der armen, verbellten Familie muss sich ein Horrorszenario geboten haben: Drei junge Leute mit fünf völlig durchgedrehten Hunden, von denen einer einen der zugehörigen Menschen beißt, welcher dann blutüberströmt die zwei geisteskranken Hunde auf dem Spazierweg zurückpfeift. Es wäre genau das Richtige für die BILD-Zeitung gewesen ;-).

Als Cloud und Pearl endlich wieder bei uns waren und sich die gesamte Situation wieder entspannt hatte, kam für mich die Gelegenheit zu zeigen, dass Connah wohl leider meine Hand mit einem Kauknochen verwechselte. Kaum hatten Steffi und Ralph meine - wie zerschossen anmutende - Hand gesehen, erfolgte ein mehr als schneller Aufbruch gen Autos. In der ganzen Aufregung vergaßen die beiden Hobbyfotografen allerdings, mal einen Schnappschuss dieses Highlights zu machen - es war nämlich ein echt interessanter Anblick ;-).

Ab die Post ging es nun zum Kantonspital Fribourg, wo ich notärztlich versorgt werden sollte. Nachdem Steffi (ich stand irgendwie doch ziemlich unter Schock) mit der ausschließlich französisch sprechenden Empfangsdame die ersten Verhandlungen geführt hatte und wir einen Einblick in die Preisliste (ja, als Ausländer zahlt man gleich in bar) hatten, führte uns ein supernetter Pfleger (der allerdings leicht wahnsinnig aussah - aber nett!) in ein Behandlungszimmer, wo meine vollgeblutete Hand erstmal ein Bad in Desinfektionsmittel nehmen durfte (und ich muss sagen, es hat ziemlich gebrannt). Steffi und Ralph gaben sich alle Mühe, mich von den Schmerzen und der Angst, wie der Arzt das 'Loch' wohl stopfen will, abzulenken und bis auf die brennenden Schmerzen und die anschwellende Hand war es auch sehr amüsant, was die beiden da von sich gaben. So richtig lustig wurde es dann, als der Assistenzarzt kam, Haut und Fleisch wieder zurecht rückte und anfing zu nähen (Leser, seid gewarnt: Wenn ein Arzt sagt, dass ihr gleich eine örtliche Betäubung an der Hand bekommt und diese 'sehr unangenehm' wird...er untertreibt!). Der junge Mann war supernett, superwitzig und hat ausserdem gut genäht - der Aufenthalt im Spital war alles in allem also gar nicht sooo schlimm und wir machten uns nach erfolgreicher Behandlung relativ entspannt und mit vielen Medikamenten wieder auf zu Steffi.

Wieder bei Steffi angekommen war es schon abend und nachdem wir Connah und Laska räumlich separiert hatten, ging es ans Kochen. Sevi kam zum Essen vorbei und da ich aufgrund Verband und stark angeschwollener Hand ausser Gefecht war, mussten er und Ralph Gemüse schnippeln, während Steffi sich um den Tee und die Caipirinhas (kein Caipi für mich...*schnief*, aber ich hatte ja Schmerzmittel) kümmerte. Nach einem superleckeren Essen fröhnten wir alten Gewohnheiten und spielten bis tief in die Nacht Alhambra (und wer hat wohl verloren? Siehe auch letzter Aufenthalt Schweiz).

Tag 3

Gut ausgeschlafen gab es am Morgen für alle im strahlenden Sonnenschein Frühstück auf Steffis winziger Terrasse mit herrlichem Ausblick. Und danach ging es dann zur Hütemeisterschaft, auf der wahnsinnig viel los war (aber alle Hunde haben sich hervorragend benommen) und wir aus dem Staunen ob der dargebotenen Leistungen nicht mehr herauskamen.

Hütemeisterschaft Connah Pearl Cloud Laska Oleana

Viel zu schnell ging aber hier die Zeit vorüber und wir mussten uns schon bald wieder auf den Weg machen. Bei Steffi gab es noch Kaffee und Süßes und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Ein kurzer, aber durchaus ereignisreicher Wochenendausflug war hiermit beendet. Aber wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen!

Familienfoto





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